Der Roman ‘Biosphere’ zeigt, was passiert, wenn die Natur zurückschlägt
Manch einer wünscht sich wahrscheinlich ab und zu, dass die Natur bei dem, was ihr durch die Menschen zum Teil angetan wird, einfach mal zurückschlagen würde. Warren Fahy gibt ihr jedenfalls in seinem aktuellen Öko-Thriller ‘Biosphere’ die Gelegenheit dazu!
Als die Crew der Reality-Show ‘Sea Life’ einem Notsignal zu einer kaum bekannten Insel folgt, ahnt keiner, dass sie dort tatsächlich ein von Menschen nahezu unberührtes Ökosystem erwartet. Noch weniger rechnen die Landgänger damit, dass die dortige Biosphäre auf Hender’s Island Lebewesen hervorgebracht hat, die das Angesicht der Erde stärker verändern könnten als die Menschen. Denn die Biosphäre auf Hender’s Island weiß sich gegen die unerwünschten Eindringlinge zu wehren. Die ersten Leute, die die Insel seit Ewigkeiten betreten, sind gut zehn Minuten später schon tot.
Das größte Verbrechen in der Geschichte unseres Planeten
Um die ungewöhnlichen Geschehnisse zu untersuchen, rückt die Navy an – im Schlepptau ein paar Wissenschaftler, die helfen sollen, zwischen möglichen Nutzen und möglichen Schaden abzuwägen, der von dem Ort ausgehen könnte. Vor allem zwei Berater sind der Meinung, dass die Zerstörung dieses Ökosystems das größte Verbrechen in der Geschichte unseres Planeten sein würde.
Dr. Geoffrey Binswanger, Gastforscher an der privaten Forschungseinrichtung Woods Hole Oceanographic Institution, bringt seine Einstellung zum Einfluß des Menschen bei einem Diskussionsabend auf den Punkt. Er glaubt, „… dass wir Menschen im Unterschied zu Viren frei darüber entscheiden können, ob wir unsere Umwelt zerstören oder bewahren wollen.“
Sein Kollege Dr. Thatcher sieht deshalb auch die größte Gefahr darin, dass die Menschen das auf sich selbst abgestimmte Ökosystem gefährden könnten. Wie dies in der Vergangenheit schon so häufig passiert ist, erklärt Fahy nämlich im Prolog an unzähligen Beispielen: „Ratten, Bienen, Ameisen und Tausende anderer Spezies, die wir zur amerikanischen Biosphäre rechnen, sind tatsächlich Invasoren. [...]. Schon eine relativ geringe Zahl an Unruhestiftern kann gewaltige Schäden anrichten.“
So beschreibt Fahy unter anderem, wie erst die in Brasilien gezüchtete sogenannte Killerbiene die amerikanischen Honigbienen bedroht hat und dann die eingeschleppte Varroamilbe ihnen fast den Rest gab: „In nur sechs Monaten vernichtete die Milbe 2005 vierzig bis sechzig Prozent aller Bienenstöcke in Nordamerika.“
Wie Warren Fahy Wissen schafft
Natürlich ist ‘Biosphere’ in erster Linie Science Fiction, aber der wissenschaftliche Hintergrund dieser fantastischen Geschichte regt durchaus zum Nachdenken an. Wie zum Beispiel bei ‘Der Schwarm’ von Frank Schätzing werden den Lesern auch Informationen an die Hand gegeben, den Wert unserer natürlichen Umwelt neu schätzen zu lernen. So macht es auf jeden Fall richtig Spaß, sein Wissen über die Natur zu erweitern.
Mehr Infos, Leseprobe etc. unter:
http://www.rowohlt.de/buch/Warren_Fahy_Biosphere.24062010.2741343.html
Warren Fahy: Biosphere
Erschienen bei RoRoRo für 9,95 Euro
ISBN: 978-3-499-25242-6



