Dieter Moor erzählt im Hörbuch ’Was Wir Nicht Haben, Brauchen Sie Nicht’, wie er zum Bio-Bauern wurde
Auf der Rückseite zum morgen erscheinenden Hörbuch ’Was Wir Nicht Haben, Brauchen Sie Nicht’ von Dieter Moor über seinen Umzug nach Brandenburg steht zu lesen, dass darin „eine charmante und witzige Liebeserklärung an eine verkannte Region“ enthalten sei. Im Buch dazu ist außerdem noch eine kleine Liebeserklärung an Bio enthalten, aber davon ist in der gekürzten Hörbuchfassung leider wenig übrig geblieben. Das Hören der Autorenlesung lohnt sich aber natürlich trotzdem.

Im Hörbuch von Dieter Moor geht es auch um Schwarzköpfe – für die Schafzucht auf dem eigenen Bio-Bauernhof
Vor ein paar Jahren beschloss der Schweizer TV-Moderator Dieter Moor nach Brandenburg zu ziehen, um dort mit seiner Frau einen alten Bauernhof zu übernehmen. Trotz einiger – für den Hörer jetzt natürlich amüsanter – Startschwierigkeiten gelingt es ihm, nach und nach neue Freunde in der kleinen Dorfgemeinde zu finden.
Freu(n)de fürs Leben
Wie zum Beispiel die Ladenbesitzerin Waltraud Widdel, die das unschlagbare Konsum-Motto „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ geprägt hat. Oder zu Bauer Godehardt Müsebeck, dem Dieter Moor gleich beim ersten Kennenlernen gerne erläutert, was er mit dem Hof vorhat: „Wie gesagt, Herr Müsebeck, das ist alles noch völlig unausgegoren, aber wenn wir was machen, ja, wenn, dann schon Bio natürlich.“
Herr Müsebeck ist skeptisch, weil der Boden nur der reinste Sand sei und ohne ordentliche Stickstoffdüngung gar nichts ginge. Leider ist der Absatz, bei dem sich Dieter Moor zu der Argumentation so seine Gedanken macht, bei der Hörbuch-Version weggekürzt worden.
Im Buch hieß es, dass er sich durchaus Methoden vorstellen könnte, nachhaltig auf die Landwirtschaft einzuwirken: „Wir könnten einwenden, dass seine Methode die Böden immer weiter auslaugt. Dass wir das genaue Gegenteil wollen. Dass wir vorhaben, über Jahre hinweg die Humusschicht mit naturnahem Wirtschaften wiederaufzubauen. Dass wir den Ertrag nicht kurzfristig messen, sondern auf Nachhaltigkeit setzen, um dann langfristig auch auf unseren Ertrag zu kommen.“
Angebot und Nachfrage – willkommen im Super-Markt
Auch das Kapitel ’Blöd’ fehlt leider völlig, worin sich Dieter Moor über das Essensangebot in den Supermärkten der Umgebung auslässt: „Beim Grillhähnchen suchte ich vergeblich die Information, auf welchem Hof das Tier aufgezogen worden war und vor allem wie. Ich fand lediglich einen kleingedruckten Text, in dem ein gewisser Dr. X mit seiner gedruckten Unterschrift dafür garantierte, dass der Genuss dieses Hähnchens keinerlei Gesundheitsrisiken berge. Ich verzichtete darauf, die Probe aufs Exempel zu machen.“
Was aber nicht fehlen darf, ist das herrliche Beispiel für die Macht strategischen Konsums. Was Dieter Moor und seiner Frau Sonja nämlich im Laden von Frau Widdel fehlt, fordern sie beharrlich ein: „‚Wir haben folgende Fakten’, überlegte Sonja messerscharf. ‚Erstens, Frau Widdel hat einem Kundenwunsch entsprochen. Zweitens, es ist für Kunden grundsätzlich möglich, sie zu beeinflussen. Drittens, wir sind Kunden. Also?’ – ‚Also?’, fragte ich gespannt. – ‚Also fangen wir mit der Frischmilch an.’ – ‚Und machen weiter mit den richtigen Zigaretten.’ – ‚Und dann kommt das frische Gemüse.’ – ‚Und die Bio-Produkt-Linie.’ – ‚Und frische Fruchtsäfte und Brandenburger Spezialitäten aus der Region’, schwärmte Sonja.“
Und es klappt. Am Ende der dritten CD sagt Frau Widdel dem verblüfften Dieter Moor, dass es für ihn was gibt, dass ihm ganz dolle schmeckt: die gewünschte Frischmilch. Ob sie inzwischen bei Frau Widdel auch Bio-Produkte bekommen, wird leider nicht verraten. Aber schön wäre es ja schon, wenn ihre „Kirschblütenträume“ wahr werden würden. Schließlich erzählt Dieter Moor doch mit ’Was Wir Nicht Haben, Brauchen Sie Nicht’ Geschichten aus der arschlochfreien Zone!
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http://www.dg-literatur.de/katalog/detail/product/164112/0/was-wir-nicht-haben–brauchen-sie-nicht/


