Die Stadtbienen von Erika Mayr sorgen für einen nachhaltigen Lesespaß

in Bücher an Mai 05, 2012

„Eine Großstadtimkerin erzählt“ heißt es im Untertitel zu ‘Die Stadtbienen’ von Erika Meyr. Und erzählen tut sie – mit etwas Unterstützung – wirklich gut. Die Leser erfahren nämlich nicht nur viel über die Bienenhaltung (in einer urbanen Umwelt), sondern Einiges über eine junge Frau, die es mit ihrem alternativen Lebensentwurf wirklich weit gebracht hat.

Lesen und lesen lassen: Die Stadtbienen von Erika Meyr haben HolK überzeugt

Lesen und lesen lassen: Die Stadtbienen von Erika Meyr haben HolK überzeugt


Dass Erika Mayr einmal Bar(mit)besitzerin, „Bienenkönigin“ und Buchautorin werden würde, war der gebürtigen Oberbayerin selber vor ihrem Umzug nach Berlin gar nicht klar. Doch eines ergab das andere. Wahrscheinlich ist es diese unkomplizierte, kreative Herangehensweise, die sich auch im Buch widerspiegelt und einfach Spaß macht.

Natürlich einfach zum Schwärmen

Die Leser können quasi jeden Schritt mitverfolgen – vom ersten Treffen mit dem Vorsitzenden eines Berliner Imkervereins bei Kaffee und Bienenstich (Kuchen, versteht sich!) über die Namenswahl und das Etikettendesign für die eigenen Honiggläser bis hin zum aufregenden Abenteuer, wenn ein Bienenschwarm wieder eingefangen werden muss.

Rückblickend zeigt sich, dass ihr Weg vielleicht doch schon früher geprägt wurde: Bei ihrem Opa erlebte sie bereits als Kind, wie alles miteinander verbunden ist und der Mensch auch die Natur unterstützt. Mit seinem Bienenwagen konnte er die kleinen Helfer dorthin bringen, wo sie gebraucht wurden: „Auf diese Weise schaffte er die optimale Voraussetzung für die Tiere, in das Blütenparadies um sie herum auszuschwärmen. Und dann, so wie es der Kreislauf der Natur vorsieht, ihren Honig zu ernten, mit dem die Bienen einen wichtigen Beitrag für unsere Nahrung leisten. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen also.“

Think global, act local, bee Berlin!

Die Imkerei sieht sie in gewisser Weise vielleicht genau deshalb als einen Teil von einer neuen Bewegung, zu der zum Beispiel auch Nachbarschaftsgärten und Foodcoops gehören: „Es geht immer um Essen, das lokal erzeugt wird, ohne ein Zutun der Industrie. Das ist ein echter Gegenpol zur Globalisierung.“

Diese Art der Rückbesinnung aufs Regionale muss sich ihrer Meinung nach dabei aber nicht auf die Ernährung beschränken: „Wenn ich eine neue Bluse brauche, gehe ich zu einem Schneider in Mitte und lasse mir eine nähen. Meine Clogs, die ich zur Gartenarbeit trage, werden in einem Berliner Holzschuhladen hergestellt.“

Erika Meyr ist davon überzeugt, dass die höhere Qualität mögliche Mehrkosten rechtfertigt. Außerdem lässt sie Sachen lieber reparieren, statt sie gleich neu zu kaufen. Das Imkern ist sozusagen nur ein Beispiel dafür, wie unser Leben wieder nachhaltiger gestaltet werden kann.

Read more, learn more, change the globe!

So geht es Erika Meyr mit Projekten wie einem mobilen Bienenmuseum – oder eben vielleicht auch dem Buch – um mehr: „Das ist, finde ich, überhaupt das Wichtigste, die Leute wachrütteln, sie zum Nachdenken bringen, ihre Aufmerksamkeit auf die wirklichen, die wahrhaften Dinge zu lenken: Wo kommt unser Essen her? Wer hat es produziert?“

Im Falle vom Stadtbienenhonig ist die Antwort einfach: von Erika Meyr und ihren Stadtbienen aus Berlin! Noch unterhaltsamer als das Buch selber zu lesen, ist vielleicht eine Lesung davon. Auf jeden Fall war die Buchvorstellung vor gut zwei Wochen im Heimathafen Neukölln ein tolles Erlebnis – insbesondere durch die gut aufgelegte Moderatorin und Frau Meyrs duften Kollegen, denn der ältere Berliner Herr brachte den typischen Charme der Hauptstadt mit. Der nächste Termin steht schon fest: Am 8. Mai 2012 liest Erika Mayr im Lehmanns (Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin).

Mehr Informationen unter: http://stadtbienenhonig.com/

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