Ende Juni war es in aller Munde – oder zum Glück eben doch nicht: Klon-Fleisch! Jedenfalls sollte eine EU-Verordnung angepasst werden, um den Weg für Fleisch von direkten Nachkommen geklonter Tiere freizumachen.
Trotz kritischer Stimmen ist das Thema noch lange nicht vom Tisch. Noch immer wird darüber diskutiert. So schrieb BILD.de Ende Juli zum Beispiel: „Möglicher Vorteil aus Industriesicht: Auf geklonte Tiere könnten Patente erworben werden.“
Ende August hat der hessische Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister deshalb noch mal bekräftigt, dass ein Verbot von Patenten auf Tiere und Pflanzen notwendig ist. Die Lebensmittelaufsicht in den Vereinigten Staaten hat hingegen schon 2008 den Verkauf von Klonfleisch genehmigt.
Durch das Klonen können die Bauern mehr Zöglinge von besonders guten Exemplaren erhalten. Sie erhöhen so die Chance auf Tiere, die besonders viel Fleisch auf den Rippen haben, sehr viel Milch geben oder tolle Kälber gebären. “Klonen kann sich lohnen”, behauptet auch Max Raabe augenzwinkernd in einem seiner Lieder. Wenn das nicht toll ist. Oder doch nicht?
Das kann ja mal beim Inhaber von der Berliner Fleischerei „Detlev’s Wurst“ nachgefragt werden. In seinem Marktwagen verkauft Herr Glaser nur Fleisch von Neuland, also laut eigener Aussage dieses Vereins „aus besonders artgerechter und umweltschonender Tierhaltung“.
Was hat der Experte an Infos zu den möglichen Vor- und Nachteilen für HolK – und seinen Klon? Die Antworten gibt’s hier im Video.
Nein, ein Blatt hat Jan Delay noch nie vor den Mund genommen. Zu Beginn seiner Musikerlaufbahn in den frühen Neunziger Jahren engagierte er sich mit expliziten Texten gegen Polizeistaat, Rechtsradikale – und die Umweltverschmutzung in ’Planet 2000’. Fast zwei Jahrzehnte später setzt er sich auf seiner dritten Solo-CD ‘Wir Kinder Vom Bahnhof Soul’ noch immer für eine bessere Welt ein – ohne das bei ihm der Spaß zu kurz kommt.
Bestes Beispiel dafür ist die Single ‘Oh Jonny’. Zum fetten Party-Sound appelliert er ohne erhobenen Zeigefinger an das Gewissen seiner Hörer. Soll doch jeder den Lyrics nach machen, was er will, wenn er damit leben kann: „Nenn meine Mudder eine miese Schlampe./ Besitze keine Energiesparlampe./ Oh Jonny! Aber hast du kein Gewissen./ Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen!“
Jan Delay unterstützt HolK bei der Aktion 'Coal for Obama'
Dass er selber natürlich auch nicht immer alles richtig macht, ist ihm schon klar. In gewisser Weise versucht er sogar mit dem Stück, den eigenen Schweinehund zu besiegen: „Ich bin ja auch Jonny. Im Prinzip singe ich von mir selber. Das ist mir ganz wichtig – auch generell. Ab ‘Mercedes Dance’ habe ich damit angefangen, mich da nicht mehr auszuschließen.“
Wichtig ist ihm aber auch, vor allem einige andere Leute nicht mehr auszuschließen. Schließlich will er was vermitteln, um einen bestimmten Effekt erreichen: „Ich will Haltungen und Ideale vermitteln. Deshalb habe ich versucht, vieles allgemeiner zu halten, um wirklich alle möglichen Hörer zu erreichen. Wenn zum Beispiel zu hochgestochene Metaphern benutzt werden, für die du bestimmte Sachen kennen musst, um den Gag zu verstehen, erreicht dich die Botschaft vielleicht nicht.“
Keine Sorge, so deutlich wie zum Beispiel bei ‘Kommando Bauchladen’ hat er schon lange nicht mehr Kritik geübt. Da wettert er gegen unter anderem Don Aldi, Bruder Kamps, Onkel H und M, denn von ihnen wurde Tante Emma der Gar ausgemacht. Ihn stören die Uniformität der Klamotten und die Qualität der Lebensmittel. Im Songtext heißt es dazu: „Und nehmt euch euer Industrie-Gemüse./ Schiebt’s euch in euren marktführenden Arsch./ Jetzt is’ Schluss, ihr macht minus, werdet büßen./ Denn Kommando Bauchladen ist angesagt!“
Jan Delay ist davon überzeugt, dass jeder selbst den Markt beeinflussen kann – durch strategischen Konsum: „Mir ist immer wichtig, dass ich mein Bio-Obst und -Gemüse am Start habe. Dafür gehe ich in den Bio-Laden. Für mich sind aber auch Bio-Supermarktketten eine korrekte Sache. Das hat quasi nichts mit dem zu tun, was ich da anprangere in ‘Kommando Bauchladen’. Darin geht es mir eher um diese komplette Gleichschaltung des Konsumverhaltens.“
Dass er sich mit solchen Songtexten auf dünnes Eis begibt, nachdem er früher zum Beispiel in einem Lied dem ‘King Nike Air’ gehuldigt hat, ist klar. Da droht natürlich der obligatorische Telefonanruf von Herrn Schlaumeier-Mongo, der schon bei ‘Füchse’ und ‘Ich Möchte Nicht, Dass Ihr Meine Lieder Singt’ scheinbare Ungereimtheiten angeprangert hat. Diesmal meint er Folgendes: „Ja, hallo, ich wollt mal sagen, du laberst hier rum wegen den Konzernen, dem bösen Scheiß, und dann sieht man dich immer nur in Nike.“
Mit diesem Dilemma geht Jan Delay aber auf seine ganz eigene Art um: „Ich komme damit vollkommen klar. Ich liebe Widersprüche und Gegensätze. Ich bin auch ein Freund der Unersthaftigkeit. Warum können wir nicht mit Witzen demonstrieren, die wir mögen, aber ihr vielleicht nicht? Wir sind eben auch Genuss- und Spaßmenschen. Wir wollen ja selber nicht vertrocknen und verdörren. Wir sind ja trotzdem da für dieselbe Sache und haben trotzdem ein Gewissen. Aus dieser Einstellung heraus entsteht sowohl so was wie ‘Oh Jonny’ aber auch eine gesamte Grundeinstellung für einen selbst, was das Leben und das Entertainment angeht.“
Und weil bei Jan Delay auf die Worte auch Taten folgen, hat er keine Sekunde gezögert, bei einer Aktion namens ‘Coal for Obama mitzumachen. Die Initiative fordert einen globalen New Green Deal und möchte, dass dafür Kohle-Päckchen an alle möglichen Regierungsoberhäupter geschickt werden. Also hat Jan Delay ein Kohle-Brikett eingetütet für die Bundeskanzlerin.
Dokumentiert wurde das Ganze durch Filmemacher Albert Heiser von ‘Creative Game’. Natürlich wurde von Jan Delay noch eine Botschaft mit auf den Weg gegeben: „Ich bin mir auch nicht zu schade dafür, mir mal meine Hände so richtig schmutzig zu machen. […]. Weil einfach mit anderen Dingen Energie gewonnen werden kann und muss als mit dieser Scheiß-Kohle!“
Am 12. Mai 2009 wurde der Flughafen Tempelhof für die Bevölkerung geöffnet, um mit “60 Jahre Luftbrücke” das Ende der Blockade von Berlin zu feiern. HolK nahm die Gelegenheit war, um mitzufeiern und einen Blick auf den Rosinenbomber und damit in die Vergangenheit der Fliegerei zu werfen. Aber auch, um schon mal anzukündigen, wie er sich die zukünftige Entwicklung des stillgelegten Flugfeldes vorstellt. Stichwort: “Flugzeuge zu Pflugscharen”!
Wie der grüne HolK seine ganz eigene Gedenkfeier zelebrierte, hat Albert Heiser von Creative Game filmisch festgehalten. Aus der „Mutter aller Flughäfen“ muss der „Papa aller Parks“ werden, ein richtiger Central Garden. So zumindest lautet das Fazit, dass ihm beim Besuch des riesigen Areals in den Sinn kam.
Auch das Aktionsbündnis „Be 4 Tempelhof“ hat sich so seine Gedanken zu dem Ganzen gemacht. In einem bezirkinternen Bürgerentscheid wurde am 7. Juni 2009 über den Vorschlag abgestimmt, ob die Anlage nicht doch als „Ausweichflughafen“ reaktiviert werden könnte. Die Mehrheit war dafür. Aber wieder täglicher Flugverkehr? NEIN, danke!
Seit dem 30. Oktober 2008 dürfen keine Flugzeuge mehr den Flughafen nutzen. Schon einige Architekten haben vorgeschlagen, was mit dem riesigen Gelände (über 3,8 Hektar) zukünftig geschehen soll. Dabei hat der Park Potenzial für was ganz Großes.
Momentan ist nämlich wohl der Englische Garten in München mit rund 3,7 Hektar die größte innerstädtische Grünanlage der Welt. Der Central Park in New York hat etwa 3,4 Hektar. Also kann der Central Garden Berlin zu DEM Aushängeschild der Stadt werden. Grüner ist keine!
Mit Blumenplakat, Schaufel, Pflanzensamen und Filmemacher Albert Heiser hat sich HolK deshalb aufgemacht, um gleich mal den weltgrößten Park zu eröffnen. Bloß blöd, das zwischen ihm und dem großen Grün noch ein Stacheldrahtzaun stand. Wie er dennoch mit etwas Guerilla Gardening unermüdlich an der Umsetzung seiner Utopie gearbeitet hat, seht ihr hier im zweiten Video.