Sebastian Hämer fürchtet, dass die Menschen dieses Mal zu weit gehen02.23.10

2006 landete Sebastian Hämer gleich mit seiner ersten offiziellen Single ‘Sommer Unseres Lebens’ einen Top-Ten-Hit. Auch das Album ‘Der Fliegende Mann’ war ziemlich erfolgreich, doch dann wurde es recht still um den Rostocker. ‘Steig Mit Ins Boot’ war dann im Herbst 2009 nicht nur ein neues Lebenszeichen von ihm, sondern zugleich ein Beitrag für eine bessere Welt. Dass das Engagement für seine Umwelt keine einmalige Sache war, zeigt nun ‘Flugplan 2′.

HolK und Sebastian Hämer - mit Cap, Tuch und reiner Weste für eine bessere Welt

HolK und Sebastian Hämer - mit Cap, Tuch und reiner Weste für eine bessere Welt

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Ohrbooten finden Solarboote mehr als OK12.23.09

Mit ihrem dritten Album innerhalb von vier Jahren sind die Ohrbooten nicht nur relativ fleißig, sondern 2009 auch recht erfolgreich unterwegs gewesen. ‘Gyp Hop’ schaffte es bis auf Platz 60 der deutschen Album-Charts. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass es ordentlich live abgeht. Gerade wurde bekannt gegeben, dass am 28.12.2009 aufgrund der großen Nachfrage noch ein Zusatzkonzert in Berlin stattfinden wird. Warum ich euch das erzähle? Weil die Ohrbooten was zu sagen haben – zum Klimawandel, dritter Welt und… Solarboot fahren.

Wenn Noodt (links) und Matze von den Ohrbooten was zu sagen haben, sollte genau hingehört werden

Wenn Noodt (links) und Matze von den Ohrbooten was zu sagen haben, sollte genau hingehört werden

Die Ohrbooten wollen mit ihrer Musik nicht nur unterhalten, sondern auch Mißstände auf dieser Welt verändern. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem Augenzwinkern. Schließlich sind sie ein Teil des Ganzen und können sich selber nicht davon frei machen. Obwohl sie genau das allen Hörern mit den Lyrics von ‘Stadtstaub’ raten: „Schau über den Tellerrand, erste Welt, dritte Welt, Schwellenland./ Spende Geld, wenn es brennt, Flächenbrand./ In der Hand und im Geist./ Es wird Zeit, dass du dich befreist.“

Aber da sie halt wissen, wie schwer es ist, aus dem System einfach auszubrechen, gibt es da auch noch das Stück ‘Es Ist OK’. Gitarrist Matze erklärt den Ansatz bei dem Songtext so: „Sich zwischendurch locker zu machen und sich einzugestehen, dass du nicht alles sofort verändern kannst, ist ok. So gute Ideen es auch gibt, der Großteil der Leute ist nicht bereit, etwas Revolutionäres zu machen wie auf völlig andere Rohstoffe zu setzen. Wahrscheinlich müssen wir, auch wenn es schlimm klingt, erst noch ein paar Katastrophen erleben, bevor wirklich gehandelt wird. Da ist es bestimmt hilfreich, nicht zu resignieren und auch mal zu sagen, guck du mal ruhig fern!“

Wobei wohl jedem Hörer schnell klar wird, dass sie zwar alles positiv ausdrücken, es aber etwas anders meinen, wie die erste Strophe im duften Berliner Jargon zum Beispiel zeigt: „Fernsehen ist jut für die Augen, darum schalt ick die Glotze niemals ab./ Immer schön kieken und staunen und dit den lieben langen Tag./ Zucker ist jut für die Zähne und dit am besten karamellisiert./ Für jesunde und kräftige Gene essen wir ab heute nur noch genmanipuliert.“

Matze nennt das Stück eine Art Anti-Song, denn es wird ja alles sehr ironisch auf die Spitze getrieben: „Du kannst ein sorgenfreies Leben führen, wenn du alles so machst, wie es dir suggeriert wird und du darauf scheißt, was es für globale Probleme gibt. Da gibt es nichts zu essen oder die Ressourcen werden knapp? Egal, so lange hier meine Dusche heiß ist und ich einen Fernseher habe, geht es mir doch gut.“

Bassist Noodt ergänzt, dass sie eben nicht so drauf sind, bloß zu sagen, wie scheiße das alles ist: „Wir wissen, dass nicht alles richtig läuft. Aber es nützt nichts, hier eine Apokalyse auszurufen. Uns geht es darum, das Ganze humorvoll zu nehmen und trotzdem zu sagen, dass die Leute da mehr hingucken sollen.“

Genau hingeguckt haben sie selber übrigens, als sie im Sommer mit einem Solarboot gefahren sind. Noodt war jedenfalls so begeistert, dass er im Interview quasi richtig die Werbetrommel dafür rührt: „Es war schon ziemlich cool, auf diesem Boot zu sitzen und zu sehen, wie es funktioniert. Der Kapitän hat da viel zu erzählt. Toll ist, dass es total leise ist. Wir haben uns auch gefragt, als wir auf dem Boot waren, warum das nicht mehr Leute machen. Die großen Schiffe, die ihre Rundfahrten mit den Touris machen, könnten auch mit Solarenergie betrieben werden. Die Technik ist da. Es ist vielleicht am Anfang etwas teurer, aber der Treibstoff wird ja auch nicht billiger. Wenn da umgedacht würde, könnte die Umwelt- und Lärmbelastung durch die Schiffe erheblich gesenkt werden.“

Seht ihr, die Jungs haben was zu sagen. Und zu hören sind sie dieses Jahr noch live in folgenden Konzertsälen:

26.12.09 Kiel – Die Pumpe
27.12.09 Rostock – Mau Club
28.12.09 Berlin – Lido
29.12.09 Augsburg – Musikkantine
30.Aschaffenburg – Colos Saal

Mehr Infos unter: http://www.ohrbooten.de

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HolK fragt nach: Kann klonen sich lohnen?09.23.09

Ende Juni war es in aller Munde – oder zum Glück eben doch nicht: Klon-Fleisch! Jedenfalls sollte eine EU-Verordnung angepasst werden, um den Weg für Fleisch von direkten Nachkommen geklonter Tiere freizumachen.

Trotz kritischer Stimmen ist das Thema noch lange nicht vom Tisch. Noch immer wird darüber diskutiert. So schrieb BILD.de Ende Juli zum Beispiel: „Möglicher Vorteil aus Industriesicht: Auf geklonte Tiere könnten Patente erworben werden.“

Ende August hat der hessische Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister deshalb noch mal bekräftigt, dass ein Verbot von Patenten auf Tiere und Pflanzen notwendig ist. Die Lebensmittelaufsicht in den Vereinigten Staaten hat hingegen schon 2008 den Verkauf von Klonfleisch genehmigt.

Durch das Klonen können die Bauern mehr Zöglinge von besonders guten Exemplaren erhalten. Sie erhöhen so die Chance auf Tiere, die besonders viel Fleisch auf den Rippen haben, sehr viel Milch geben oder tolle Kälber gebären. “Klonen kann sich lohnen”, behauptet auch Max Raabe augenzwinkernd in einem seiner Lieder. Wenn das nicht toll ist. Oder doch nicht?

Das kann ja mal beim Inhaber von der Berliner Fleischerei „Detlev’s Wurst“ nachgefragt werden. In seinem Marktwagen verkauft Herr Glaser nur Fleisch von Neuland, also laut eigener Aussage dieses Vereins „aus besonders artgerechter und umweltschonender Tierhaltung“.

Was hat der Experte an Infos zu den möglichen Vor- und Nachteilen für HolK – und seinen Klon? Die Antworten gibt’s hier im Video.

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